Die objektorientierte Modellierung

Prinzip macht sich die Objektorientierung ein grundlegendes Erkenntnisprinzip der Menschen zu Eigen, dass der Philosoph Jostein Gaarder in einem Zitat zusammenfasst.

Ich sehe ein Pferd, dann sehe ich noch ein Pferd - dann noch eins. Die Pferde sind nicht ganz gleich, aber es gibt etwas, das allen Pferden gemeinsam ist, und das, was allen Pferden gemeinsam ist, ist die ‚Form' des Pferds. Was unterschiedlich oder individuell ist, gehört zum ‚Stoff' des Pferds."

Stute Hengst
Stute Susanne Hengst Peter


"Form"

An der „Form" können schon kleine Kinder ein Pferd erkennen, genauso wie sie eine Katze, ein Auto oder einen Baum erkennen können. Erkennen Sie also über die Form eine Wespe können sie direkt auf deren gefährlichen Stachel schließen. Mit der Form sind auch direkt bestimmte Fähigkeiten verknüpft, so kann das Pferd aufgrund seiner Form laufen, springen und vieles mehr.

"Stoff"

Der „Stoff" von dem Gaarder spricht, sind die individuellen Ausprägungen des Pferdes, wie z.B. seine Farbe, sein Geschlecht oder seine Schnelligkeit. Ein individuelles Pferd konkretisiert sich somit erst durch die Ausprägung bestimmter Merkmale der Form.

Picasso
Die abstrakte Form eines Pferdes
(Picasso)


Um in der Informatik etwas mit diesem Prinzip anfangen zu können, müssen die ungenauen Begriffe von Form und Stoff genauer gefasst werden.

Die beiden Pferde Peter und Susanne wären informatisch gesprochen zwei Objekte der Klasse Pferd. Die grundlegenden Gemeinsamkeiten der beiden bzw. aller Pferdeobjekte werden in einem Bauplan, der so genannten Klasse, abgebildet. Sie beinhaltet die Attribute (Eigenschaften) und Methoden (Fähigkeiten), für die die einzelnen Objekte konkrete Werte besitzen.